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INFOBRIEF AUSGABE BÜRGER
03/2015






1. Künstler treffen sich beim Ostereiermarkt

Sie sind gestanzt, gesägt, bemalt oder gedrechselt. Sie haben bunte Muster oder kommen in edlem Weiß daher. Sie tragen traditionelle Muster oder überraschen in modernem Design. Sie alle eint aber eins: Sie sind außergewöhnlich. Die Rede ist von den Ostereiern, die beim 34. Ostereiermarkt am Freitag und Samstag, 6. und 7. März 2015, in Wangen im Allgäu zu sehen sein werden. Erstmals gibt es eine gesonderte Ausstellung schöner Ostereier von Freitag, 6. bis Sonntag, 8. März in der Galerie in der Badstube.

50 Künstler vor Ort
Rund 50 Aussteller werden zu diesem hochkarätigen Ostereiermarkt im historischen Wangener Rathaus erwartet. Sie zeigen faszinierende Ostereier-Kunstwerke, geschaffen mit handwerklichem  Spitzenkönnen.  So sehen die Besucherinnen und Besucher Eier, die in verschiedensten Techniken bearbeitet sind. Und sie staunen über den unglaublichen Ideenreichtum, aus dem die Künstler schöpfen.

Der Wangener Ostereiermarkt gehört zu den wenigen Top-Adressen auf diesem Gebiet in Europa und das seit vielen Jahren. Internationale Sammler finden sich deshalb im historischen Rathaus ein, wo die Ausstellung nach der Vernissage am Donnerstagabend zwei Tage lang läuft.

Wangen gilt als Türöffner für andere Märkte
Die Liste derer, die hier ausstellen möchten, ist lang. Wer es einmal geschafft hat, seine Werke im den altehrwürdigen Mauern des Rathauses in Wangen im Allgäu zu präsentieren, der hat damit auch den Türöffner für andere große Ostereier-Kunstmärkte in der Hand. So gelang beispielsweise der Ungarin Krisztina Hegyi über die Veranstaltung im Allgäu der Einstieg in die Szene. Sie war vor drei Jahren zum ersten Mal unter den Ausstellern im Allgäu und sagt heute: „Wangen war mein Türöffner auch für andere großen Ostereiermärkte.“

Zudem genießt der Wangener Ostereiermarkt einen so hervorragenden Ruf, dass unter den Ausstellern immer zahlreiche hochgehandelte Künstler sind, die zur Präsentation ihrer exklusiven Objekte gerne ins Allgäu - im Dreiländereck von Deutschland, Österreich und Schweiz – kommen.

Internationale und regionale Künstler
Das ist auch im Jahr 2015 so. Künstler aus dem europäischen Ausland sind ebenso vertreten wie  Aussteller aus der Region. Unter ihnen ist Gerlinde Maier, die im nahen Vogt ihre wertvollen Stücke schafft. Sie wartet schon seit vielen Jahren auf einen Platz im Wangener Rathaus. Jetzt ist es so weit.

Zu den Künstlern mit internationalem Ruf gehört die Ungarin Gabriella Szutor, die perforierte Eier in Vollendung herstellt. Oder die Russin Tamara Kogan, die Miniaturen meist auf Holzeier malt. Sie arbeitet mit Tempera, Aquarell und vor allem Gold, wodurch sie ihren Exponaten eine starke Ausdruckskraft verleiht.

Alles für ein schönes Osterei
Rund um das Ei gibt es auf dem Ostereiermarkt aber auch alles, was man braucht, um selber schöne Eier herzustellen – von den Rohstoffen bis hin zu Büchern, die Anleitungen oder Ideen liefern.
Schulklassen werden die Brunnen in der Stadt wieder mit grünen Girlanden und bemalten Eiern in Schmuckstücke verwandeln. Auf dem Marktplatz bildet die Krone den Startpunkt für die Brunnenführungen an beiden Tagen. Für Kinder gibt es Aktionen, damit sie sich gut beschäftigen können, während ihre Eltern über den 34. Wangener Ostereiermarkt bummeln.

Das Programm im Einzelnen:
•    Brunnenführung und Stadtführung, Treffpunkt an der Osterkrone auf dem Marktplatz
Freitag, 6. März 2015, 11 Uhr und 14 Uhr
Samstag, 7. März 2015, 11 Uhr und 14 Uhr

•    Vorlesestunde für Kinder, Stadtbücherei im Kornhaus
Freitag, 6. März 2015, 15 Uhr
Samstag, 7. März 2015, 10.30 Uhr

•    Bastelaktion der Jugendkunstschule, Stadtbücherei im Kornhaus
Freitag, 6. März 2015, 14 bis 18 Uhr
Samstag, 7. März 2015, 10 bis 16 Uhr

•    Ostereierausstellung im Badstubenmuseum
Freitag, 6. März 2015, 14 bis 17 Uhr
Samstag, 7. März 2015, 11 bis 17 Uhr
Sonntag, 8. März 2015, 14 bis 17 Uhr

Öffnungszeiten des Ostereiermarktes:
Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 17 Uhr
Eintritt: 1 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei

2. Die Saloniker laden zum Tanzkaffee

Das hatte niemand erwartet: Die "Saloniker" haben bei ihrem ersten Tanzkaffee im Gemeindezentrum  St. Ulrich den Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Bei der Premiere war Oberbürgermeister Michael Lang auf ein Grußwort mit dabei, und freute ich riesig über den großen Zuspruch, der das Engagement der "Saloniker" belohnte. Viele Tänzerinnen Tänzer füllten die große Tanzfläche. Aber es waren auch viele Gäste dabei, die einfach nur die Musik genossen und zum Plaudern gekommen waren. Saxofonist Gerd Frank, erklärt im Interview wer die Saloniker sind.

Was für eine Art von Musik pflegen die Saloniker?
Wir sind ein Salonorchester und spielen Wiener Melodien wie Walzer, Polka oder Marsch, aber auch Schlager der 20er und 30er Jahre, auf die sich wunderbar Foxtrott, Tango und Langsamer Walzer tanzen lassen. Und wir haben lateinamerikanische Rhythmen im Repertoire mit Rumba und Cha Cha.

Woher kommen Ihre Musiker und welchen Hintergrund haben sie?
Wir sind 13 Musiker und Musikerinnen. Die meisten sind Musiklehrer oder haben langjährige Orchestererfahrung.  Ich selber war Musiklehrer bis zu meiner Pensionierung an der Johann-Andreas-Rauch-Realschule in Wangen und habe dort in den 1990er Jahren ein großes Schülerblasorchester aufgebaut. Wir haben Streicher, Bläser, einen Pianisten, einen Akkordeonspieler und einen Schlagzeuger und bei bestimmten Auftritten auch ein Gesangspaar in unseren Reihen.

Seit wann gibt es die Saloniker?
Wir haben uns im Sommer 2011 zusammengefunden. Damals lud ich in den Sommerferien Musikerinnen und Musiker ein, einfach mal Salonmusik zu spielen. Aus dem Ferienspaß wurde eine Dauereinrichtung. Seither proben die Saloniker jeden Donnerstag in der Praßbergschule. Seit Januar 2012 sind wir rund 50 Mal aufgetreten, vor allem in Wangen wie bei der Eröffnung der neuen Bindstraße, aber auch in der weiteren Region.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Tanzkaffee anzubieten?
Eigentlich haben uns unsere Zuhörer auf die Idee gebracht. Denn sie fragten uns öfter, ob es nicht eine regelmäßige Tanzmöglichkeit mit den Salonikern als Band geben könnte. Wir besprachen das bei Gelegenheit mit Oberbürgermeister Michael Lang, der uns versprach, für uns ein Lokal zu finden.

Wie kommen Sie ins Gemeindehaus St. Ulrich?
Kulturamtsleiter Hermann Spang gewann die Verantwortlichen des St. Ulrich-Gemeindezentrums für unsere Idee. Sie werden den Raum so mit Tischen und Stühlen versehen, dass man gut tanzen kann. Außerdem sollen sich die Gäste Kaffee, Tee und Kuchen aus der Konditorei gut schmecken lassen. Das gehört einfach dazu. Im Lied heißt es ja: „In einer kleinen Konditorei, das saßen wir zwei bei Kuchen und Tee…“ Natürlich gibt es auch andere Getränke gegen den Durst. Meine Frau Kriemhild Frank wird für die passende Dekoration sorgen, so dass alles der Raum eine schöne Atmosphäre hat.

Verlangen Sie Eintritt?
Wir musizieren an diesen Nachmittagen, ohne Eintritt zu verlangen, weil uns der Raum ja kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wir spielen ohne Honorar, bitten aber um eine Spende für unsere Ausstattung und Notenkäufe. Kaffee und Kuchen serviert das Gemeindehaus-Team. Der Erlös verbleibt dort.

Was wünschen Sie sich?
Dass das Gemeindehaus gut besucht ist und unser Publikum viel Spaß am Tanzen hat am 9. April, 7. Mai und 11. Juni. Und dann würden wir gern im Oktober weitermachen. Beginn ist immer um 15 Uhr. Wir spielen zwei Stunden lang.


3. Vor allem Männer sind gefragt

Zum 1200-Jahr-Jubiläum der Stadt Wangen wird im Juli das Historienspiel "Die Hammerwende 1389" gespielt. Jetzt suchen die Verantwortlichen Schauspieler. Vor allem Männer sind gefragt und auch auf die Bewerbung von Reitern samt Pferd hoffen sie.

„Die Hammerwende 1389“ fußt auf einem Schlüsselereignis der Wangener Geschichte. Es ist der Überfall der Waldburger auf die Stadt. Heldenhaft jagen die Schmiede die Ritter aus der Stadt. Die Rahmenhandlung schafft einen engen Bezug zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Damit das alles so über die Bühne gehen kann, suchen die Organisatoren jetzt Schauspieler. Zwar hat es sich bereits herumgesprochen, dass für das Stück Personal gesucht wird. „Bei uns melden sich jedoch vor allem Frauen, das Stück ist aber – historisch bedingt - männerlastig“, sagt der Initiator Dr. Rainer Jensch. Und es haben sich bereits viele Kinder gemeldet.

70 Schauspieler werden gebraucht, sieben davon mit einer Handlung, die über das ganze Stück trägt. Da sind beispielsweise zwei junge Liebende ebenso gesucht, wie ein Truchsess, aber da braucht es auch viel Volk, das in der Straße unterwegs ist – zumal beim fulminanten Schluss. Und weil Vieh im Mittelalter selbstverständlich auch zum Straßenbild in der Stadt gehörte, wird es auch Gänse und Pferde geben.

Bewerbungsschluss ist der 15. März
Wer Lust und Zeit hat mitzuspielen, ist eingeladen, sich bis spätestens 15. März zu melden. Angst vor zu großem Lernaufwand muss niemand haben, denn auch jene Personen, die vergleichsweise viel sprechen, müssen sich laut Jensch kaum mehr als rund drei DIN 4-Seiten Text merken. Im Übrigen gilt bei der „Hammerwende 1389“ die alte Theaterweisheit, dass jede Rolle wichtig ist für die Gesamtwirkung – auch die eines Statisten.

Die Theatermacher verschicken dann schriftliche Einladungen zum Casting und zur eigentlichen Rollenvergabe. Die Proben beginnen nach Absprache mit den Teilnehmern Anfang April. Gespielt wird am 2., 3. und 4. Juli sowie am 10. und 11. Juli 2015.

Techniker und Assistenten gesucht
Auch wer andere Aufgaben übernehmen will, beispielsweise in der Licht- und Tontechnik, der Regie und Produktionsassistenten, bei der Herstellung von Bühnenbild und Requisite oder bei der Herstellung der Kostüme, die in der Verantwortung von Kostümbildnerin Diana Leist liegen, kann sich gerne melden. Für diese Assistentenjobs können auch Praktikumsbescheinigungen ausgestellt werden.

Info:
Die Bewerbungen zum Casting können schriftlich per E-Mail oder per Post eingesendet werden an: Irina Leist, Kreuzplatz 1, 88239 Wangen im Allgäu. E-Mail: IrinaLeist@t-online.de oder an Sabrina Heiberger, die bei der Stadt Wangen für das Jubiläum zuständig ist unter sabrina.heiberger@wangen.de. Weitere Infos zu dem Stück und zum Jubiläum gibt es unter www.wangen2015.de


4. Schüler forschen in Wangen


Ganz leise hat sich in Wangen im Allgäu ein Ableger des Schülerforschungszentrums Südwürttemberg (SFZ) entwickelt. Embedded Office assistiert dabei personell.

In dem Klassenzimmer unter dem Dach der früheren Anton von Gegenbaur-Schule herrscht große Emsigkeit. Geredet wird wenig, dafür umso mehr und intensiv probiert und gebastelt. Zwei Schülergruppen forschen hier. Die einen gehören zur Gemeinschaftsschule, zu der auch das Gebäude der AvG gehört. Sie arbeiten mit Bausätzen – finanziert durch die Landesstiftung Baden-Württemberg. Sie lernen wie Microcontroller zusammengebaut und programmiert werden. Wenn alles klappt, werden sie im kommenden Jahr im Wettbewerb testen, wie gut ihre Konstruktionen sind.

Daumen drücken
Die andere Gruppe ist bereits seit rund zwei Jahren zusammen. Sie bereitet sich gerade auf einen Wettbewerb in Vöhringen vor. RoboCup Junior heißt er. Wer sich auf der unteren Ebene durchsetzt, der startet Ende April in Magdeburg und kämpft um einen Titel, der einer deutschen Meisterschaft vergleichbar ist. Und wer dort gewinnt, fliegt nach China – tolle Ziele also. Und es heißt Daumen drücken!


Bis dahin ist es noch ein gutes Stück. Derzeit programmieren die Jugendlichen ihre Roboter und versuchen ihnen beizubringen, wie sie sich durch einen Parcours an Linien entlang und über Steigungen hinauf auf eine zweite Ebene bewegen. Lauter Jungs sind hier am Forschen – typisch für die naturwissenschaftlichen sogenannten MINT-Fächer. Mädchen sind jederzeit willkommen, wie alle versichern, und sie sollten sich von der Männerübermacht nicht abschrecken lassen.

Mit Ideen spielen
Dass sie Lust haben, an dem was sie tun, sieht man ihnen an. Für Nils Nothhaft ist die Forschung hier beispielsweise eine willkommene Abwechslung zum Schulunterricht. „Hier kann man Ideen entwickeln und sie auch wieder verwerfen, wenn sie nicht funktionieren“, sagt er und setzt sein Gefährt in den Parcours. Noch hält dieser an Stellen, wo es nicht soll. Aber es ist ja noch Zeit bis zum Wettbewerb.

Die Gruppe kam vor zwei Jahren zusammen. Berthold Bungard, Vater von Tobias, der ebenfalls in der Gruppe arbeitet, hatte seinen Sohn ein Jahr lang freitags nach Bad Saulgau ins Schülerforschungszentrum (SFZ) gefahren. Des Fahrens müde, stieß der die Gründung einer Außengruppe des SFZ in Wangen an. Die Wangener Gruppe ist eine von insgesamt acht SFZ-Standorten in Südwürttemberg.

IT-Spezialisten von Embedded Office helfen
Damit die jungen Leute auch sinnvoll arbeiten können, kamen neben Berthold Bungard auch drei Mitarbeiter von Embedded Office ins Boot. Die IT-Spezialisten kennen sich mit dem Programmieren aus und sind ständig gefragte Ansprechpartner für die jungen Forscher. Wie sie dazu kamen? Ganz einfach: Berthold Bungard kannte Matthias Gabler über die Kinder, die denselben Kindergarten besuchten. Gabler fand es eine tolle Idee, in so einer Gruppe ehrenamtlich mitzuarbeiten. Und weil er begeistert in seinem Unternehmen erzählte, fanden sich mit Manuel Busch und Wolfgang Engelhard noch zwei Kollegen bereit, dabei zu sein.

„Unsere Firma unterstützt das Engagement. Wir können gehen, wenn es Zeit ist für die Nachwuchsforscher, und wir können auch mal während der Arbeitszeit recherchieren, wenn wir für das SFZ etwas brauchen“, sagt Gabler. Und auch finanziell ist das Unternehmen, das gerade vom Waltersbühl ins Kuhn-Gebäude an der Friedrich-Ebert- Straße umgezogen ist, schon eingesprungen, zum Beispiel um Startgelder für einen Wettbewerb zu finanzieren.

Für das Unternehmen Embedded Office ist so ein soziales Engagement ein echtes Anliegen. Immer wieder hat das Unternehmen sich im Sponsoring sozialer Einrichtungen oder Events engagiert. Embedded Office ist ein seit 2003 ein in Wangen stetig wachsendes Unternehmen, das sicherheitskritische Software entwickelt, das heißt Software bei deren Versagen Menschenleben in Gefahr wären. Zum Einsatz kommt diese Software zum Beispiel in Flugzeugen, Industrieanlagen oder auch Herzschrittmachern.

Enge Anbindung an Unternehmen gesucht
Diese enge Anbindung an die Wirtschaft ist beim SFZ mehr als erwünscht. Denn einerseits müssen die jungen Forscher damit rechnen, dass sie vom kommenden Schuljahr an einen neuen Treffpunkt für ihre Aktivitäten brauchen, weil die Gemeinschaftsschule dann möglicherweise alle Räume in der AvG brauchen wird. Und außerdem hoffen die jungen Forscher und ihre Betreuer auf Unterstützer, vorzugsweise aus der Wirtschaft.

Die Hoffnung ist nicht unberechtigt. Schaut man auf die Website des SFZ nach den Sponsoren, dann findet man dort neben einigen Stiftungen auch sehr namhafte Unternehmen aus Oberschwaben. Erste Kontakte zur Industrie haben sich auch in Wangen bereits ergeben. Die Hoffnung ist, dass es noch mehr werden und dass sich auf diesem Weg vielleicht sogar das Raumproblem lösen könnte. Denn die jungen Leute, die im SFZ an anspruchsvollen Aufgaben tüfteln, könnten auch der Fachkräfte-Nachwuchs der Zukunft sein, also durchaus interessante „Untermieter“.

Am Wochenende ist der Wettkampf
Dass auch das Kultusministerium an solchen Aktivitäten großen Gefallen findet, zeigt sich in der Tatsache, dass sie auch Lehrern den Einsatz dort gestattet. So wird bald auch Jürgen Mayr, Lehrer an der Elektronikschule in Tettnang den jungen Leuten beratend und lehrend zur Seite stehen. Seine Schule gibt ihn dafür zwei Stunden in der Woche frei.

Doch jetzt ist der Blick erst einmal nach vorn auf die RoboCup-Wettkämpfe am Samstag/Sonntag, 7. und 8. März gerichtet. In Vöhringen wollen die jungen Männer „was reißen“. Das Ziel ist Magdeburg. Und in Wangen heißt es Daumen drücken!

Info:

SFZ–Ansprechpartner in Wangen: Berthold Bungard, Telefonnummer 07522/912131.

Embedded Office GmbH & Co. KG, Friedrich-Ebert-Str. 20/1, 88239 Wangen, Internet: www.embedded-office.de


5. Stadtrundgang auf den Spuren der Dichter

Auf einen spannenden Spaziergang durch die Wangener Dichterstraßen haben sich die Zuhörer in der Stadtbücherei mitnehmen lassen. Die Veranstaltung war ein Beitrag der Stadtbücherei Wangen in Kooperation mit dem Rupert-Neß-Gymnasium zum 1200-Jahr-Jubiläum der Stadt.

Erdem Akar und Jakob Vochezer, beide Schüler der 10. Klasse am Rupert-Neß-Gymnasium, und der Regisseur und Schauspieler Günther Hannes Hauptkorn hatten sich auf die Spur jener Schriftsteller begeben, die in Wangener Straßennamen verewigt sind. Die beiden Schüler zeigten kurze Filmaufnahmen einer Umfrage an den Haustüren der Straßen. Sie hatten die Bewohner gefragt, was sie über den Autor ihrer Straße wüssten. Hauptkorn rezitierte Gedichte und las aus Geschichten und anderen Texten der Schriftsteller. Zudem ordnete er sie als literaturgeschichtlich und politisch ein.

Überraschende Befunde
Auch wenn viele im Publikum als literarische Insider gelten konnten, so überraschten manche Befunde. Wangen in Allgäu hat mit einer ganzen Reihe von Städten und Gemeinden im Stuttgarter Speckgürtel eines gemeinsam: Sie haben eine August-Lämmle-Straße.

"Ehrlich bis auf die Knochen"
Der Volksschullehrer trat 1933 in die NSDAP ein und arbeitete zeitweise im Reichskulturamt. Bei der Entnazifizierung wurde der schwäbische Dichter und Schriftsteller als Mitläufer eingestuft. Von den Anwohnern, die bereit waren, in die Kamera der Schüler zu sprechen, wusste das niemand. Hauptkorn lieferte eine wunderbare, humorvolle Geschichte aus dem Werk des Autors, in der ein Metzgergeselle seinen Job verliert, weil der mit den Knochen ein schwunghaftes Geschäft betreibt. Sein Meister wirft ihn raus. Als der Geselle um ein Zeugnis bittet, schlägt er die Formulierung vor: „Er war ehrlich bis auf die Knochen“. Die Pointe ist auch der Titel der Geschichte, die sich zu lesen lohnt.

Bei Bruckner hustet es sich besser
Den schwäbischen Schriftsteller Thaddäus Troll beschrieb eine Anwohnerin sehr treffend. Heiter habe er geschrieben, aber offenbar hatte er auch ein zweites Ich, befand die Frau. Denn der Autor, dessen bürgerlicher Name Hans Bayer war, nahm sich – depressiv geworden – 1980 das Leben. Auch er hatte eine schwierige politische Geschichte vom Propagandalieferanten im Krieg bis zur BND-Mitarbeit beim Spiegel. Nicht nur die Geschichte vom „Rotkäppchen“, die Troll ins schönste Beamtendeutsch übertragen hatte, auch „Die Kunst des Hustens“ unterhielten das Publikum aufs Beste. Kaum jemand unter den Zuhörern dürfte klar gewesen sein, dass es sich im Konzertsaal „bei Bruckner besser hustet als bei Bach“, wie Hauptkorn zitierte.

Kopflastiger Wieland
Scheffelweg, Uhlandweg, Hauffweg, Gustav-Schwab-Weg, Schubartweg – es ging munter durch die Berger Höhe. Der wohl prominenteste Bewohner der Wielandstraße, Oberbürgermeister Michael Lang, bekannte, er finde die Literatur von Christoph Martin Wieland zu „kopflastig“. Dass Peter Dörfler ein Pfarrer und Schriftsteller war, wusste Aron Amirthakaran, der Vorsitzende des Jugendgemeinderats.

Auf Hitler geschworen
Dass Dörfler, der mit dem „Notwender“ dem Allgäuer Carl Hirnbein und seiner Einführung der Käseproduktion im Allgäu ein Denkmal gesetzt hat, zu jenen 88 Schriftstellern gehörte, die ihren Eid auf Hitler abgelegt hatten, wussten sicher nicht alle im Saal. Später geriet Dörfler mit der NS-Ideologie in Konflikt. Zu jenen, die den Eid ableisteten, gehörte auch Wilhelm Schussen, desen Name ebenfalls unter den literarischen Straßen zu finden ist.

Zu Eduard Mörike und der Wangener Straße auf seinen Namen wusste eine junge Anwohnerin ebenso Bescheid, wie es nach der Filmeinspielung hübsche Gedichte des Schwabendichters zu hören gab. Draußen biss der Winter noch einmal zu, doch drinnen in der warmen Bücherei ließ Hauptkorn „Frühlings blaues Band flattern durch die Lüfte“. – Wenn’s schon so weit wäre, kommentierte er.

Info: Weitere Veranstaltungen im März in der Bücherei

  • Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler liest am Montag, 16. März 2015, in der Stadtbücherei im Kornhaus. Thema: Nicht-Westliche Literatur. Löffler erlangte als Rezensentin eine gewissen Prominenz, in der jener Zeit als sie dem "Literarischen Quartett" von Marcel Reich-Ranicki in der ARD angehörte. Sigrid Löffler ist Literaturkritikerin, Publizistin und Kulturkorrespondentin. Beginn 20 Uhr.
  • Unter dem Titel "Ich rauche Zigarren und glaube nicht an Gott"  rückt die Stadtbücherei im Kornhaus am Donnerstag, 26. März, die Vorkämpferin der Frauenbewegung, Louise Aston, ins Zentrum. Sie ist in Wangen beerdigt. Anlass ist das Stadtjubiläum. Die Publizistin und Autorin Barbara Sichtermann liest aus der Biografie über Louise Aston.  Der Eintritt ist frei. Beginn 20 Uhr.


6. Stadt-Ansichten zeigen Alt und Neu
Das Stadtmuseum öffnet wieder am 1. April 2015. Im Jubiläumsjahr der Stadt zeigt es im Foyer der Eselmühle eine Sonderausstellung mit dem Titel „Stadt-Ansichten - Zeitreise durch die Wangener Geschichte“.

Historische Aufnahmen aus der neu erschienenen Stadtchronik stehen aktuelle Fotografien aus der exakt selben Perspektive gegenüber. Die Ausstellungsbesucher können so genau die Unterschiede, aber auch die teilweise erstaunliche Unverändertheit von einzelnen Gebäuden oder ganzen Straßenzügen in der Wangener Altstadt erkennen. Die Ausstellung dauert bis Oktober 2015.

Öffnungszeiten:
Täglich außer montags 14 bis 17 Uhr
Eintrittspreise:
Alle Museen inkl. Sonderausstellung: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro, Familie: 10 Euro (zwei Erwachsen und Kinder), Saisonkarte: 12 Euro, Kinder bis elf Jahren: frei.

7. Städtische Finanzen in neuen Händen
Lucia Janker ist die neue Rechnungsprüferin der Stadt Wangen im Allgäu, Ralf Scholter der neue Leiter der Stadtkasse.

Scholter wacht darüber, dass Gebühren oder Bußgelder auch bezahlt werden. Er folgte auf Norbert Kunze, der seit 1974 in der Kämmerei arbeitete und seit 1993 dort die Kasse verwaltete.

Es mag nicht unbedingt der bei den Bürgerinnen und Bürgern populärste Posten in der Stadtverwaltung sein, den der 39-jährige ledige Ostracher ausfüllt. Für die Stadtverwaltung ist er aber ein sehr wichtiger. „Wenn Gebühren ausstehen und gemahnt werden muss, dann ist die Stadtkasse gefordert. Hier werden aber auch alle Belege archiviert“, sagt Scholter.

Umstellung in der Kämmerei
Sämtliche Buchungen sollen ab 2016 zentral in der Stadtkasse über ein neues EDV-System laufen. Der Grund: Das Haushaltswesen der Stadt wird wie alle im Land Baden-Württemberg von der so genannten Kameralistik auf die Doppik umgestellt. Buchungsvorgänge sollen dann ab 2018 wie bei der kaufmännischen Buchführung erfasst werden. Jetzt muss das neue Verfahren vorbereitet werden. Eine Aufgabe, der sich Scholter gerne stellt: „Das sehe ich als Herausforderung an.“

Wunsch nach Veränderung
Überhaupt hat er nach rund 20 Jahren in der Ostracher Gemeindeverwaltung eine Herausforderung gesucht: „So bin ich nach Wangen gekommen.“ Er wollte einen Job in einer größeren Verwaltung und er verspürte den Wunsch nach Veränderung. „Es sollte etwas städtischer sein“, sagt er schmunzelnd. „Es gab nichts, was mich aus Ostrach vertrieben hätte. Aber ich finde, man muss auch mal über den Tellerrand hinausschauen.“

Viele Aufgaben
In seiner alten Gemeinde hatte er neben seiner Tätigkeit in der Kämmerei unter anderem auch das Personalwesen für 100 Beschäftigte zu betreuen. Privat engagiert er sich bis heute in der katholischen Kirchengemeinde seiner Heimat. Er übernahm den Posten als Wahlleiter bei den Kirchengemeinderatswahlen, er erledigt die Bücherbestellungen und alle finanziellen Themen der katholischen öffentlichen Bücherei, die in Ostrach von acht ehrenamtlichen Kräften getragen wird. Außerdem betreut er eine junge, geistig behinderte Frau, die in sein Elternhaus kommt, seit sie sieben Jahre alt ist.

Alle diese Aufgaben erfüllt er auch von Wangen aus, wo er inzwischen im Adlerquartier eine Wohnung gefunden hat, die während der Woche sein Zuhause ist.

Lucia  Janker prüft die städtischen Finanzen
Die Stadt Wangen hat seit Jahresbeginn eine neue Rechnungsprüferin. Lucia Janker kontrolliert, ob die Verwaltung ordentlich wirtschaftet. Lucia Janker ist studierte Finanzwirtin und kennt die allgemeine Finanzverwaltung bestens. Sie startete 1983 mit einer Ausbildung als Verwaltungsangestellte im Landratsamt Ravensburg, bildete sich weiter, wechselte in den Landesdienst und schloss dann mit dem Diplom an der Fachhochschule Ludwigsburg ab.  Die gebürtige Ravensburgerin folgte auf Christina Schnitzler, die inzwischen die Stadtkämmerei der Stadt Wangen leitet.

Vom Landratsamt zur Stadt
Ihr erster Weg als diplomierte Finanzwirtin führte sie zur Landespolizeidirektion Stuttgart. Dort kümmerte sie sich vor allem um die Themen Wirtschaftsverwaltung und Personal. „Es war eine interessante Zeit“, sagt Janker. Und doch zog es sie aus der Landeshauptstadt wieder in die Heimat zurück. Beim Landratsamt Ravensburg arbeitete sie im Hauptamt zunächst in der Organisation. Nach einer längeren Familienpause kehrte die Mutter zweier Kinder zurück und arbeitete im Team des Prüfungsamtes beim Landratsamt Ravensburg.

Nach ein paar Wochen im Dienst als Rechnungsprüferin der Stadt Wangen sagt sie: „Es ist eine sehr interessante Stelle in einer sehr interessanten Stadt.“ Wangen hat für die passionierte Bergwanderin auch einen privaten Vorteil: Es liegt noch ein Stückchen näher an den Bergen als Ravensburg. Wenn sie sonst Zeit hat, nimmt sie die Gitarre in die Hand, um klassische Stücke zu spielen, vertieft sich in anspruchsvolle Literatur oder besucht Autorenlesungen.


Kontakt

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88239 Wangen im Allgäu
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